Hospizkreis Haar vom Landkreis ausgezeichnet für bürgerliches Engagement

NormalEhrung 2020erweise wäre es eine Veranstaltung im großen Stil:

Wenn Landrat Christoph Göbel die Ehrennadeln in Gold für bürgerliches Engagement verleiht und die dazugehörigen Urkunden verteilt, dann dürfen sich die Geehrten auf „die große Bühne“ freuen.

In diesem besonderen Jahr 2020 läuft das ganz anders: Haars Bürgermeister Dr. Andreas Bukowski verteilte die Anerkennung im Auftrag des Landrats im jeweils ganz kleinen Kreis – corona-konform. Und trotzdem zeigten sich die Vertreterinnen der drei geehrten ehrenamtlichen Haarer Institutionen keinesfalls wehmütig. Im Gegenteil: Sie packten die Gelegenheit beim Schopfe um über Probleme, Wünsche und die derzeitige Situation ihres Ehrenamtes zu sprechen.

Geehrt wurden gleich drei soziale Einrichtungen, die das Leben in Haar für viele erleichtern, die Hilfe und Freude bringen und wirklich ein gelebtes Miteinander der Gemeinde sind: der Tischdienst Maria-Stadler-Haus, der Hospizkreis Haar und das Helferteam des Haarer Tischs. „Es ist mir eine große Freude, in diesem Fall unseren Landrat zu vertreten“, freute sich Bürgermeister Bukowski – und versicherte den Geehrten weiterhin die volle Unterstützung seitens der Gemeinde für ihre hochgeschätzten Ehrenämter.

Der Hospizkreis Haar

„Zeit spenden“ – mit diesem Zeitungsaufruf hat vor 20 Jahren alles begonnen: Der Hospizkreis Haar wurde gegründet und stellte seine Arbeit unter das wunderbare Motto „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben“. Genau dieses Motto macht den Kreis in Haar so besonders – denn man spürt ihn bei all den über 30 ehrenamtlichen Hospizbegleiter*innen. Sie bringen Leben in die letzte Zeit Schwerkranker und Sterbender. Sie hören zu, gehen einfühlsam auf die Nöte und Ängste der Patient*innen ein. Gespräche sind wichtig, manchmal aber auch stundenlanges Schweigen. Und dabei stehen neben den Patient*innen auch die Angehörigen im Fokus der Helfer*innen: Sie fangen auch in den Familien und im Freundeskreis Gefühle auf, sprechen Mut zu. Was für eine Aufgabe für ein Ehrenamt!

Doch durch Schulungen sind sie auf diese Herausforderung gut vorbereitet. Der Hospizkreis Haar ist der zweitgrößte im Landkreis München. „Und wir sind als Verein selbständig“, erklärt Helga Kacerovsky vom Vorstand, die stellvertretend für die Helfer*innen die Auszeichnung des Landrates entgegennahm.

Doch Corona beutelt auch diesen Verein. Gerade jetzt hätte die palliative Arbeit des Haarer Hospizkreises ganz besondere Bedeutung bekommen – doch sie scheint nicht „systemrelevant“, wie Kacerovsky bedauert „Wir können derzeit nicht begleiten“, sagt sie.

Ihr Dank gilt neben dem Landrat auch der Gemeinde Haar, die sie nicht nur mit der Immobilie unterstützt, in der der Verein im Herzen Haars ansässig ist. „Wir schätzen den unkomplizierten Weg zu