Hospizbegleiter

Was ist die Aufgabe von Hospizbegleitern?

  • Sie kommen zu Ihnen nach Hause,

    ins Krankenhaus oder Pflegeheim.

  • Sie entlasten und unterstützen Angehörige in der Betreuung.
  • Sie begleiten beim Spaziergang, Arztbesuch oder Einkauf.
  • Sie lesen vor.
  • Sie hören zu und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung.
  • Sie sind einfach da – offen für Ihre Bedürfnisse und Wünsche.

Was kostet der Besuch?

  • Hospizbegleiter arbeiten ehrenamtlich.

    Es entstehen Ihnen keine Kosten.

Hospizbegleiter möchten…

  • da – sein

  • da – bleiben

  • aus – halten

Was passiert, wenn Sie anrufen?

  • Unser Telefondienst wird Ihnen vorab die wichtigsten Fragen beantworten.
  • Die Koordinatorin wird über Ihren Anruf informiert.

  • Ein Gesprächstermin wird mit Ihnen abgesprochen.
  • Das Erstgespräch dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten.

    Dabei werden Informationen ausgetauscht und der Auftrag an uns geklärt.

    Gegebenenfalls wird ein erster Termin für den Besuch der HospizbegleiterIn vereinbart.

Hospizbegleiterfotos

Ausbildung

Hospizbegleiter sind besondere Menschen, die bereit sind, Zeit und Aufmerksamkeit zu spenden.

Es ist ihre eigen Lebenszeit, die sie Schwerkranken, Sterbenden und Angehörigen schenken.

Unsere Mitarbeiter stellen sich mit ihren besonderen Fähigkeiten und dem erworbenen Wissen zur Verfügung, um achtsam und präsent die Aufgabe zu erfüllen.

Sie sind bereit, sich immer wieder neu auf den Prozess des Begleitens einzulassen.

Richtung und Tempo bestimmen der Betreute und seine Angehörigen.

Oft gestellte Fragen zum Thema Hospizbegleitung

  • Kann jeder Hospizbegleiter werden?

    Jeder kann Hospizbegleiter werden. Lebenserfahrene Frauen und Männer, die das Bedürfnis und Interesse an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit haben, sind herzlich willkommen.

  • Ausbildung von Hospizbegleitern

    Sie orientieren sich an den Ausbildungsrichtlinien des Bayerischen Hospiz- und Palliativ-Verbandes.
    Um Hospizbegleiter werden zu können, müssen ein Grundseminar und ein Aufbauseminar besucht werden

  • Wie wird man Hospizbegleiter?

    Wer sich als Hospizbegleiter engagiert, ist bereit, etwas von sich zu verschenken.

    In erster Linie ist es Zeit, eigene Lebenszeit, die Ehrenamtliche Schwerkranken, Sterbenden und deren Angehörigen zur Verfügung stellen. Unsere Mitarbeiter stellen sich mit ihren besonderen Fähigkeiten und dem erworbenen Wissen zur Verfügung, um achtsam und präsent die Aufgabe von Wegbegleitern zu erfüllen. Sie sind bereit, sich immer wieder neu auf den Prozess des Begleitens einzulassen, indem nicht sie die Richtung und das Tempo bestimmen, sondern die Kranken und ihre Angehörigen.

    Wer sich zum Hospizbegleiter ausbilden lassen möchte, sollte:

    • fähig sein zur Selbstreflexion
    • offen sein für existentielle Fragen
    • die Bereitschaft mitbringen, sich offen und mit Hilfe von Rollenspielen in die Ausbildungsgruppe einzubringen.
  • Grundseminar

    Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich steht dabei im Vordergrund.

    Folgendes wird vermittelt:

    • Die Hospizidee
    • Einstellung zu Sterben und Tod
    • Trauern und Trost
    • Kommunikation
    • Rituale
    • Erwartungen an die Seelsorge
    • Motivation
    • Trauern ist notwendig
    • Wegebilder
  • Aufbauseminar

    Neuer Termin: Auf Anfrage

    Im Aufbauseminar werden folgende Themen besprochen:

    • Entstehung einer Beziehung
    • Begleiten statt Führen
    • Umgang mit Gefühlen
    • Krankheit – Alter – Lebenseinschränkungen
    • Selbstliebe – Nächstenliebe – Helfen
    • Gesprächsführung allgemein – Sprechen mit Sterbenden
    • Haltung zum eigenen Tod
    • Der Weg des Sterbens
    • Schuld und Schuldgefühle
    • Leid- und Sinnfragen
    • Trauer und Trost
    • Angebote der Religionen – was kommt danach?
    • Fremd- und Selbstwahrnehmung
    • Distanz und Nähe
    • Abschied nehmen und Trennung
  • Was gehört zum Seminar?

    Zum Seminar gehören ein Praktikum sowie ein Pflegetag.

    Viele Ehrenamtliche beschreiben die intensive Auseinandersetzung mit Themen des Seins und Vergehens in der Kursgruppe als ein Geschenk für ihr ganzes weiteres Leben.

    Zu den Aufgaben der ehrenamtlich tätigen Hospizbegleiter gehören im Rahmen persönlicher Absprachen mit den begleiteten Patienten und Patientinnen und ihren Familien:

    • die soziale, praktische und seelische Unterstützung der Schwerstkranken und Sterbenden und ihrer Angehörigen, z.B. bei der Vorbereitung auf den Abschied, vor allem durch Dasein und Gespräche, aber auch Spaziergänge, Begleitung zum Arzt u. a.
    • die zeitliche Entlastung pflegender Angehöriger (dabei können geringfügige Hilfe im Haushalt und die Durchführung einfacher Pflegeverrichtungen erforderlich sein) sowie die Entlastung der Angehörigen durch Gespräche.
    • die nachsorgende Begleitung der Angehörigen (ca. 6 -8 Wochen).

    Konnten wir Ihr Interesse wecken? – Dann rufen Sie uns an unter: 089 – 46 20 33 43.

    Weitere Informationen finden Sie außerdem noch in unserem Flyer Grundseminar bzw. im Flyer Aufbauseminar.

Fortbildung

Der HOSPIZKREIS HAAR e.V. legt sehr großen Wert auf qualifizierte Mitarbeiter.

Fortbildung ist für uns selbstverständlich und verpflichtend,  weshalb wir regelmäßig Vorträge und Seminare anbieten.

Förderung und Unterstützung der eigenen Fähigkeiten (wie Kommunikation, Abgrenzung und Selbstreflexion)

gehören genauso zu unserem Angebot, wie die Themenschwerpunkte über das Leben mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer.

Supervision und Praxisbegleitung sind ein wichtiger Bestandteil der praxisnahen Fortbildung und daher unerlässlich.

Einsatzgebiete

Haar und Umgebung

  • Aschheim

  • Baldham

  • Feldkirchen
  • Grasbrunn

  • Gronsdorf

  • Heimstetten

  • Hergolding

  • Keferloh

  • Möschenfeld

  • Ottendichl

  • Parsdorf

  • Putzbrunn

  • Riem

  • Salmdorf

  • Solalinden

  • Trudering

  • Vaterstetten

  • Weißenfeld

Palliative Care

„…ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen: durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Definition der Weltgesundheitsorganisation von 2002

Palliative Care

in der Praxis

Bei einer nicht mehr heilbaren Erkrankung, die meistens mit behandlungsbedürftigen körperlichen und seelischen Leiden belastet ist, bietet die Palliativmedizin und die Palliativpflege ein ambulantes bzw. stationäres Versorgungsangebot. Es gilt:

  • Heilen – manchmal,
  • lindern – oft,
  • beistehen – immer.

Der Hospizkreis Haar e.V. beschäftigt seit 2005 über eine medizinisch-pflegerische Palliative Care Fachkraft und entspricht damit den Anforderungen des §39a SGB V.

  • Wir beraten und begleiten bei der Schmerztherapie und der Linderung von Symptomen wie Atemnot, Übelkeit, Unruhe u.a. in Absprache mit den behandelnden Ärzten und anderen Diensten.
  • Wir stehen den Kranken und deren Angehörigen zu Hause und im Pflegeheim bei, mildern ihre Ängste, reduzieren ihre Unsicherheiten und helfen Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
  • Wir unterstützen Sie in Fragen der Ernährungs- und Flüssigkeitszufuhr.
  • Wir unterstützen Sie in Fragen der Ernährungs- und Flüssigkeitszufuhr.

  • Wir übernehmen keine häusliche Krankenpflege und sind daher keine Konkurrenz zu Pflegediensten und Hausärzten. Wir verstehen uns als deren Ergänzung und freuen uns über eine gute Zusammenarbeit.

  • Wir bieten Ihnen nach einem Verlust die Vermittlung in eine Trauergruppe und/oder Einzelgespräche an.

Hospizbegleiter berichten

Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Vorstand: Rita Wiegand Koordinatorin

Was ich heute bin, verdanke ich meiner Mutter. Nicht nur das Gute in meinem Wesen. Auch meine berufliche Laufbahn. Ich hatte mit meiner Mutter nicht über das Sterben reden können. Ich hatte mich sehr hilflos gefühlt. Gerne hätte ich alles besser machen wollen.

Rita W.
Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst Beirat: Renate Klingenfuss

Seit es den Haarer Hospizverein gibt (1997), verfolge ich seine Tätigkeit mit großem Interesse; dennoch brauchte ich fast zehn Jahre, bis ich endlich den Entschluss fasste, mich zur Hospizbegleiterin ausbilden zu lassen.

Renate K.

Hospizidee

Bei einer unheilbaren und jeder fortschreitenden Erkrankung die zum Tod führt, geht es nicht mehr um Lebensverlängerung, sondern um Optimierung und Erhaltung der Lebensqualität bei begrenzter Lebenserwartung in der letzten Lebensphase.

Dabei ist sowohl menschliche Zuwendung notwendig und wichtig, als auch vor allem eine optimale Schmerztherapie und die Linderung quälender anderer Symptome. So hat der Sterbende die Chance, die verbleibende Zeit für die Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Sterben zu nutzen.

Daher hat die Bundesärztekammer mit Ihren Grundsätzen festgelegt, was Sterbebegleitung bedeutet.

Neue Methoden bzgl. Sterbebegleitung, Schmerzkontrolle und liebevolle Zuwendung ermöglichen Todkranken bis zum letzten Augenblick bewusst zu leben.

Weiterentwicklung der Hospizidee

  • Das von Cicely Saunders entwickelte Konzept bildet die Grundlage der Hospizbewegung.

  • Es geht dabei um den Aufbau eines ganzheitlichen Betreuungsnetzes für Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer unheilbaren Erkrankung.

  • Ziel ist eine Verbesserung der Lebensqualität.

  • Das Sterben wird weder beschleunigt noch hinausgezögert.

  • Die lebensbejahenden Grundsätze der Hospizbewegung schließen eine aktive Sterbehilfe aus.

  • Das ganzheitliche Konzept beinhaltet folgende Schwerpunkte….

  • Die psychosoziale Begleitung umfasst den emotionalen Beistand für die Sterbenden und ihre Angehörigen.

  • Die spirituelle Begleitung unterstützt bei der Klärung von eventuell auftretenden Zweifeln und / oder Ängsten.

  • Die Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen ist Aufgabe der Palliativmedizin und -pflege. Palliativmedizin beginnt bei der Diagnosestellung.

  • Medizinische Maßnahmen müssen mit Ziel auf eventuell kurative (auf Heilung aus) oder palliative (lindernd, nicht mehr heilend) Behandlung erfolgen.

  • Zur Sterbebegleitung gehört im notwendigen Umfang auch Trauerbegleitung.